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Geschichtliches zur Entstehung der Sankt-Marien- Gemeinde, dem Bau der Marienkirche und zum Marienhaus


Seit Beginn des 19. Jahrhundert Ansiedlung von katholischen Christen in Biebrich 1820 leben ca. 30 katholische Familien in Biebrich. Sie besuchen den Gottesdienst in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden.
 
30.6. 1823
Herzog Wilhelm von Nassau genehmigt das Gesuch der Katholiken Biebrichs, in der Schlosskapelle sonntäglich Gottesdienst feiern zu dürfen.


26.12.1823
erster katholischer Gottesdienst in Biebrich nach der Reformation. Der Pfarrer von Wiesbaden schickt seinen Kaplan Philipp Schütz nach Biebrich zur Feier des Sonntagsgottesdienstes.


1830
Bildung einer Filialgemeinde der Katholiken Biebrichs und Mosbachs.


1845
Bildung einer deutschkatholischen Gemeinde unter dem Hammermüller Bernhard
May.


15.2.1850
Matthias Wolf nimmt, als dritter Wiesbadener Kaplan, Wohnsitz in Biebrich. Er ist nur noch für Biebrich zuständig. Die Gemeinde umfasst 700 Katholiken Nach einem Jahr tritt Kaplan Andreas Eberhart seine Nachfolge an. Er beginnt Geld für den Bau einer Kirche zusammenzutragen.


31.8.1861
Andreas Eberhart erhält den Titel Pfarrer.


1865
Herzog Adolph schenkt der Gemeinde den Bauplatz für die Kirche. Die Gemeinde ist auf 1200 Katholiken angewachsen.


1866
Annexion des Herzogtums Nassau durch das Königreich Preußen. Das Schloss wird nicht mehr von der herzoglichen Familie bewohnt. In der Schlosskapelle kann in der herzoglichen Loge ein Tabernakel aufgestellt werden. Erste Erstkommunion in Biebrich. Anlage eines eigenen Biebricher Tauf- und Totenbuches.


1.1.1869
Pfarrer Eberhart wird nach Hallgarten versetzt. Sein Nachfolger wird Pfarrer Anton Küppers-Deutschmann. Er bleibt Pfarrer in Biebrich bis zu seinem Tod am 26.11.1904. Im Laufe des Jahres legt der nassauische Baurat Richard Görz einen Entwurf für den Neubau einer Kirche im neoromanischen Stil vor. Der
Entwurf wird als zu opulent abgelehnt.


1870
Gründung eines Kirchenbauvereines


1871
Anlage eines eigenen Traubuches.


30.6.1872
Das bischöfliche Ordinariat genehmigt den Entwurf des Aachener Architektes Hugo Schneider für die neue Kirche.


25.6.1873
Die königliche Regierung in Wiesbaden erteilt die baupolizeiliche Genehmigung.


19.4.1874
Grundsteinlegung für die neue Kirche durch den Wiesbadener Dekan Josef Weyland. Die Bauleitung übernimmt der Wiesbadener Baurat Heinrich Zais.


21.9.1876
Guß der beiden Glocken Maria und Andreas bei Firma Andreas Hamm in Frankenthal. Die Bronze stammte von französischen Geschützen von 1870/71 und wurde von Kaiser Wilhelm I gestiftet. Sie wurden im 2. Weltkrieg wieder zu Kanonen umgegossen.


3.10.1876
Weihe der Kirche durch Bischof Joseph Blum, Limburg, in Anwesenheit von Bischof Wilhelm Emanuel von Ketteler, Mainz. Gestiftet waren von einem Unbekannten die geschnitzte Kommunionbank, von Familie Hubertus Kreitz drei gemalte Chorfenster und der neugotische Hochaltar mit den Namenspatronen der
Familie Kreitz: die Heiligen: Hubertus, Katharina, Eugenia und Creszentia.


1884
erste Orgel in Sankt Marien. Erbaut von Orgelbaumeister Heinrich Voigt aus Igstadt, finanziert durch Spenden, Sammlungen und Konzerte des Kirchenchores.


1887
Geschnitzter Kreuzweg


1890
Bau des Kirchturmes, gestiftet von Hubertus Kreitz mit einer Uhr, die vom Verschönerungsverein Biebrich gestiftet wurde. Von Eugenia Kreitz wurden gestiftet: die Beichtstühle, Marien- und Josefsfigur, die Kanzel und Leuchter.


4.8.1894
Einweihung der Hauskapelle im Marienhaus. Es wurde aus Stiftungsgeldern der Eugenia Kreitz erworben und den Dernbacher Schwestern übergeben, um ambulante Krankenpflege, einen Kindergarten (eröffnet 1.9.1894), ein Waisenhaus (7 Kinder) und eine Handarbeitsschule (eröffnet 6.10.1894) zu betreiben.


1.3.1900
Weihe des Marienglöckchens im Marienhaus, gestiftet von der Erbgroßherzogin zu Luxemburg. (Im ersten Weltkrieg eingeschmolzen). Im zweiten Weltkrieg wurden lediglich die Fenster der Kirche zerstört. Zwei Fenster (heute an der Westseite) blieben unversehrt mit Motiven aus dem Leben Jesu: Kindheit und Leiden. Man beklagte auch den Verlust der Glocken. Nach dem Krieg wurde eine umfassende Renovierung durchgeführt, neugotischer Zierat wurde entfernt, die Bemalung abgewaschen, der Altaraufbau abgebaut und die Fenster neu gefasst. Im Zuge dieser Maßnahme erhielt das Chor drei neue Fenster.


1958
bekam die Kirche wieder vier neue Glocken.


1974
Die Fenster im Taufchor werden erneuert. Sie enthalten Darstellungen zu den Sakramenten Taufe und Firmung.


1977
Der Sakramentschor erhält neue Fenster. Ihre Darstellungen kreisen um das Geheimnis der Eucharistie.


1978
Über dem Hauptportal wird ein neuer Tympanon eingebaut. Er zeigt die Anbetung der drei Weisen . Er lädt auch die Eintretenden ein, Jesus die Ehre zu erweisen.


Der Orgelneubau erfolgte 1981 durch die Firma Mayer, eine Chororgel wurde 1985 anghängt. 2005 wurden verschiedene Verbesserungsarbeiten durchgeführt

Die Rosette an der Westseite stammt von 1983.

 
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