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Die Mayer-Orgel von 1981
Der Orgelbauer Gerd Mayer in Heusweiler schreibt zur Orgelweihe 1981 über sein Orgelwerk:
Das neue Instrument der Pfarrkirche St. Marien zu Wiesbaden-Biebrich nimmt in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Die Disposition mit 33 Registern auf 2 Manualen und Pedal zeigt die einzelnen Teilwerke reichlich besetzt, so dass das Werk für die Interpretation romantischer Literatur prädestiniert sein wird. Nachdem die Empore eine reine Funktion als Orgelbühne hatte, war es möglich, das neue Werk kompromisslos einzubauen. So wurde der Gedanke realisiert, die vorhandene Brüstung mit in den Orgelprospekt zu integrieren. Aus diesen Vorstellungen entwickelte sich der jetzige Prospekt mit zwei Hauptkomplexen und einem verbindenden Brüstungswerk.
Die Teilung der Pfeifenfelder des Prospektes wurde sinngemäß durch die Kassettenteilung der Emporenbrüstung vorgegeben.Im linken Orgelkörper stehen die Windladen des Hauptwerkes und jene der tiefen Register des Pedales. Im rechten Teil wurde das Schwellwerk eingebaut. Hier wird das Prospekt durch das extern stehende Pedalregister Octavbass 8' gebildet. Das kleine Brüstungswerk zuletzt, welches aus architektonischen Gesichtspunkten heraus als Bindeglied zu den beiden Hauptteilen geschaffen wurde, beinhaltet das Tenorpedal ab 4' Längen.
Das Gehäuse mit massivem Rahmen in Eiche und Füllungen in furniertem Vollholz wurde farblich dem Innenraum der Kirche angepasst und gebeizt. Zur Spieltischseite hin wurden zur besseren Hörkontrolle für den Organisten bewegliche Jalousien eingebaut.
Das Innere, die Technik deses großen Instruments, wurde nach den heute geltenden Grundsätzen im Orgelbau realisiert. Die Windladen (Steuerteile der Pfeifen) sind als Schleifladen mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registersteuerung eingebaut. In die Windkästen der Laden eingebaute Bälge sorgen für einen ruhigen und ausgeglichenen Spielwind für die Pfeifen. Die großen Bassventile haben integrierte Balanciers, welche automatisch arbeiten und den großen Winddruck auf die Spielventile reduzieren. Der seitlich im Hauptwerkskomplex eingebaute Spieltisch besitzt drei Manualklaviaturen, wobei das I. Manual als Koppelklaviatur eingebaut wurde und somit von hier aus Haupt- und Schwellwerk gekoppelt gespielt werden kann.
Zur Erleichterung für den Organisten beim Registrieren wurden als Spielhilfen zwei freie Kombinationen, eine Tuttischaltung sowie eine Walze für das Registercrescendo eingebaut. Bei der gesamten Technischen Anlage wurde größter Wert auf Langlebigkeit der einzelnen Bauteile gelegt. Das Pfeifenmaterial wurde teilweise aus der vorhandenen alten Orgel übernommen und der neuen Intonation und Winddrücken angepasst. Die neuen Pfeifen sind in 75% Zinnlegierung für die Principalregister und Mixturen und in 48% für die Flötenstimmen gefertigt. Bei der Intonation wurde größte Beachtung auf eine vollkommene Verschmelzung des Klanges der vorhandenen und der neuen Pfeifen gelegt.
Möge dieses Orgelwerk die Gottesdienste der Gemeinde bereichern, die Landschaft der Wiesbadener Orgeln um ein bedeutendes Instrument erweitern und den Organisten Freude beim Spiel am Instrument bereiten.
DISPOSITION
Koppelmanuel C - g''' I. Manual
Hauptwerk C - g''' II. Manual
1. Bourdon 16' 2. Principal 8' 3. Hohlflöte 8' 4. Salicional 8' 5. Quintatön 8' 6. Octave 4' 7. Rohrflöte 4' 8. Superoctave 2' 9. Cornet 4' f-fach ab fo 10. Mixtur 5-fach 1 1/3' 11. Trompete 8'
Schwellwerk C - g''' III. Manual
12. Gedackt 8' 13. Harmonieflöte 8' 14. Gemshorn 8' 15. Aeoline 8' 16. Principal 4' 17. Flauto traverso 4' 18. Hohlflöte 2' 19. Nazard 2 2/3' 20. Terz 1 3/5' 21. Quinte 1 1/3' 22. Scharf 4-fach 1' 23. Clarinette 8' 24. Basson 16' Tremulant
Pedalwerk C - f'
25. Violon 16' 26. Subbass 16' 27. Octavbass 8' 28. Rohrgedackt 8' 29. Octave 4' 30. Nachthorn 4' 31. Mixtur 2 2/3 4-fach 32. Posaune 16' 33. Basstrompete 8'
Technische Daten: Tonkanzellenladen/Mechanische Spieltraktur/Elektrische Registersteuerung/Zwei freie Kombinationen/Crescendo Walze/Tremunlant für Manual I und II
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